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Leonie Wunderlich
Dr. Leonie Alatassi
Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
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Forschungsüberblick Juli: Social-Media-Verbot in Australien hat wenig Wirkung

Wie beeinflusst das Social-Media-Verbot in Australien den Nachrichtenkonsum von Jugendlichen? Und was posten junge Menschen selbst? Das haben die Studien untersucht, die Dr. Leonie Alatassi vom Leibniz-Institut für Medienforschung | HBI für uns im Juli 2026 zusammengefasst hat.

14.7.2026 — Dr. Leonie Alatassi

Social-Media-Verbot in Australien nur begrenzt wirksam

 

Das Social-Media-Verbot in Australien hat bislang nur begrenzte Auswirkungen gezeigt: Drei von fünf Jugendlichen unter 16 Jahren berichten von keinen nennenswerten Veränderungen beim Zugang zu sozialen Medien, während jeder Vierte davon erheblich betroffen ist. Zu dieser Erkenntnis kommt eine landesweit repräsentative Online-Umfrage unter 1.027 jungen Australier:innen im Alter von 10 bis 17 Jahren. Besonders relevant sind die Befunde zu den „Nebeneffekten“ des Verbots. So zeigen sich negative Auswirkungen auf den Nachrichtenkonsum. Jeder bzw. jede Zweite derjenigen Befragten, die vom Verbot stark betroffen sind, gibt an, nun weniger Nachrichten zu erhalten. Das ist vor dem Hintergrund brisant, dass ihr Nachrichtenkonsum ohnehin schon begrenzt ist. So nutzen zwei von fünf Jugendlichen keine klassischen Nachrichtenquellen, die über das hinausgehen, was sie indirekt über soziale Medien erhalten. Die Autor:innen schlussfolgern, dass im Falle einer Verbesserung der Durchsetzung des Verbots auch die Nachrichtennutzung und das Interesse junger Menschen weiter abnehmen wird.

 

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Viele Menschen stoßen auf falsche oder irreführende Informationen

 

Zwischen Informationen, Tiervideos und persönlichen Nachrichten verlieren viele Menschen den Überblick: Einer deutlichen Mehrheit der Deutschen fällt es sehr oder eher schwer (63%), einzuschätzen, ob die Nachrichten, die ihnen online begegnen, verlässlich sind. Zu diesen Ergebnissen kommt eine repräsentative Befragung unter Personen in Deutschland ab 16 Jahren (n= 1006), die vom Branchenverein Bitkom e.V. in Auftrag gegeben wurde. Darüber hinaus geben über ein Drittel (39%) an, sehr oder eher häufig absichtlich verbreitete falsche oder irreführende Informationen zu begegnen. Die Hälfte von ihnen (5%) hat schon Inhalte geteilt, obwohl sie sich nicht sicher war, ob diese stimmen. Was kann man gegen das Problem tun? Nach Meinung der Befragten (85%) sollten Kinder in der Schule lernen, wie man Desinformationen und Fake-News erkennen kann.

 

Zur Studie

 

Was posten Jugendliche auf ihren Social-Media-Profilen?

 

Jugendliche scrollen täglich durch die Videos in ihren Social-Media-Feeds, aber welche Inhalte posten sie dort selbst? In einer kürzlich erschienen Studie wurden die Beiträge von Jugendlichen in sozialen Medien in drei verschiedenen europäischen Ländern untersucht. Das Ergebnis: Sie posten plattformübergreifend vor allem Content zu Themen wie Natur, Freunde und Reisen. Dahingegen kommen Themen wie psychische Gesundheit, Substanzkonsum oder romantische Beziehungen nur in begrenztem Umfang vor. Für die Studie haben die Teilnehmenden (NBelgien = 106, NFrankreich = 118, NSlowenien = 114) Screenshots ihrer jüngsten Beiträge oder Stories auf Snapchat, Instagram und TikTok zur Verfügung gestellt. Die verschiedenen Themen, die in den Bildinhalten der Screenshots vorkamen, wurden kodiert und mit Umfrageergebnissen verknüpft. Es zeigen sich Plattformunterschiede in Bezug auf die Themen Bildung (häufiger auf Snapchat), Memes/Witze (häufiger auf TikTok) und Natur (häufiger auf Instagram).

 

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