Dr. Sascha Hölig
Leibniz-Institut für Medienforschung | Hans-Bredow-Institut (HBI)
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Rückläufiges Nachrichteninteresse – Digital News Report 2022

Nur knapp ein Drittel der 18- bis 24-Jährigen äußern im Digital News Report 2022 ein großes Interesse für Nachrichten. Als Grund wird unter anderem die Coronapandemie genannt. Das Hans-Bredow-Institut hat aber auch weitere Ursachen der Nachrichtenvermeidung identifiziert.

2022-06-30 — Dr. Sascha Hölig

Das Nachrichteninteresse ist rückläufig. 57 Prozent der erwachsenen Onliner in Deutschland sagen im Jahr 2022, dass sie sehr oder überaus an Nachrichten interessiert sind. Bei den 18- bis 24-Jährigen äußern sogar nur 31 Prozent ein großes Interesse.

Die als zu viel empfundene Berichterstattung zu Themen wie Politik und Corona ist die am häufigsten genannte Ursache der Nachrichtenvermeidung (47 %). Auch negative Auswirkungen auf die Stimmung, Erschöpfung aufgrund der Vielzahl an Nachrichten sowie ein geringes Vertrauen sind weitere häufig genannte Gründe. Hierin unterscheiden sich die Altersgruppen kaum. Auffällig sind die vergleichsweise hohen Anteile unter den 18- bis 24-Jährigen, die als Gründe angeben, dass Nachrichteninhalte zu Streitigkeiten führen (21 %) und das Gefühl zu haben, mit den Informationen nichts anfangen zu können (16 %) bzw. sie nicht zu verstehen (10 %).

Das sind Ergebnisse des Reuters Institute Digital News Report 2022, dessen deutsche Teilstudie vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg durchgeführt wurde. Insgesamt basiert die Studie auf 93.432 Befragten aus 46 Ländern auf sechs Kontinenten. Die Befragung wurde im Januar/Februar 2022 durchgeführt 

Der vollständige Bericht mit allen internationalen Befunden und weitere Informationen zur Studie finden Sie hier: http://www.digitalnewsreport.org/ (Englisch) und auf der Projektseite des HBI https://leibniz-hbi.de/de/aktuelles/deutsche-sind-nachrichtenmuede (Deutsch).

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Ursachen der Nachrichtenvermeidung 2022